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Der Lada Kalina 1119 im Test
Lada ist einigen Leuten kaum ein Begriff, andere verbinden damit gleich den Lada Taiga - den Urgeländewagen schlechthin. Wir durften aber den neuen Kleinwagen Kalina 1119 testen.
Mit Lada bringt man in unseren Breiten eher trockene, urtümliche Geländewagen in Verbindung als einen für die Stadt ausgelegten Kleinwagen. Der Lada Taiga ist eine Legende unter den Kletterern, sorgt er doch schon für 30 Jahre für rustikalen, aber permanenten Vortrieb im Gelände.
Dass Lada bei uns auch stadttaugliche Kleinwagen anbietet hat sich noch nicht wirklich herumgesprochen. Umso erstaunlicher ist es wohl für die meisten, dass der Lada Kalina 1119 mit einem modernen, flotten Design des Weges kommt und zumindest optisch seine älteren Markenkollegen ganz schön alt aussehen lässt. Er erinnert ein wenig an die letzte Generation des Opel Corsa.
Die schwungvollen Formen hätte man vor 10 Jahren noch keiner russischen Autoschmiede zugetraut. Insgesamt wirkt das Konzept von außen stimmig und der Exot fällt im Straßenverkehr nicht großartig auf. Er hat wie der Großteil der Kleinwägen wenig Ecken und Kanten.
Fahrtechnisch besiegt der Lada bald einige Vorurteile. Brettlhart und schepprig ist es nicht, das Fahrwerk wirkt butterweich und es kann passieren, dass es bei schnelleren Kurven nachgibt. Es gibt einem rein subjektiv oft das Gefühl aus der Bahn zu fliegen und die Kurve nicht mehr zu kriegen, wir sind dennoch auf der Spur geblieben. Ein Vorteil für Langsamfahrer, denn die werden den Unterschied zu einem ausgereiften Sportfahrwerk kaum bemerken.
Motorisch bringt der Lada 81 PS mit 1,6 Litern Hubraum einiges mit um den Kalina auf Trab zu halten. In der Praxis schnurrt sich der Motor schnell in die Drehzahlen und hat bei Zwischengas seine hellen Momente. Insgesamt wirkt das Handling und die Beschleunigung eher brav. Natürlich kann man theoretisch damit auch die Reifen rauchen lassen, aber das würden wir nur den hartgesottenen Ladafans empfehlen.
Die Schaltung präsentiert sich alles andere als geschmeidig-robust trifft es wohl eher. Im ersten Moment lässt man die Vorurteile Revue passieren und denkt dabei an solide russische Panzertechnik. Die Gänge klinken sich regelrecht ein. Wenn man sich daran gewöhnt hat ist der Lada aber bequem manövrierbar und steuert den Fahrer über Stadt und Land sicher ans gewünschte Ziel
Die Verarbeitung präsentiert sich solide. Die Knöpfe scheinen unzerstörbar und die Wucht der wenigen Bedienelemente lässt darauf schließen, dass hier Puristen am Werk waren, die sich schon mit dem Design in einem Geländewagen auseinandergesetzt haben.
Ein Handschuhfach existiert neben einer praktischen Mittelablage, die für die täglichen Mitbringsel ideal ist. Auch der Kofferraum bietet sehr viel Platz. Für die Ausmaße des Wagens ist der Kofferraum im Vergleich doch relativ groß ausgefallen.
Unser Testwagen hat im durchschnitt ca. 8 Liter verbraucht. Von 0 auf 100 km/h braucht er gute 13 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit ist bei 160 km/h erreicht. Alles in allem kostet der Kalina 1119 ab Liste mit 5 Jahren Garantie € 10.574.--nur bei A.M.G. Schörghofer
Fazit:
Wer nach einem netten Auto sucht, ohne dafür viel Geld zu zahlen ist mit dem Lada bestens bedient. Russlandfans, die bei uns wohl aus historischen Gründen so zahlreich nicht sind, können ebenfalls bedenkenlos zugreifen. Auch beinharte Imageverweigerer mögen mit dem Lada ihre Freude haben. Er erfüllt voll und ganz seinen Zweck - ein Kleinwagen ohne Schnörkel mit robuster Technik. |
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