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Für den Modelljahrgang 2008 wurde die Viper heftig überarbeitet. Jetzt 612 PS aus 8,4 L Hubraum sprechen eine sehr deutliche Sprache.
«Giftiger!», antwortet Herb Helbig mit tiefsinnigem Lächeln auf die Frage, ob sein Lieblingsspielzeug einen anderen Charakter bekommen habe. Helbig leitet die technische Abteilung der Chrysler-eigenen Tuning-Schmiede SRT (Street and Racing Technology) und stellt den komplett überarbeiteten Supersportwagen Dodge Viper SRT-10 des Modelljahres 2008 vor. Mit der gewaltigen Leistung von 612 PS hebt er die Messlatte für Sportwagen amerikanischer Hersteller auf ein neues Niveau. Der ultimative US-Kraftmeier kommt ab sofort wieder aus Auburn Hills.
100 PS mehr
Zusammen mit Spezialisten aus den Rennwagen-Kliniken McLaren und Ricardo gingen die SRT-Entwickler den klassischen Weg der Leistungssteigerung und erhöhten den bisher schon grosszügig bemessenen Hubraum des Zehnzylinder-Frontmotors um weitere 100cm3 auf 8,4 L, verbesserten dessen Beatmung und erhöhten die Nenndrehzahl um 500 auf 6100/min.

Jeder Zylinder verfügt nun über einen Millimeter mehr Bohrung, der Block wird effektiver gekühlt, und es sind neue Zylinderköpfe verbaut. Alle Ventile wuchsen zur besseren Befüllung der Kolben im Durchmesser. Eine variable Ventilsteuerung (VVT = Variable Valve Timing) sorgt für effizientere Verbrennung und bessere Abgaswerte. Zudem garantiert ein zweiflutiger, um 20% strömungstechnisch optimierter Ansaugtrakt eine verbesserte Beatmung des Riesenaggregats. Dessen Ölversorgung übernimmt eine neue Hochleistungspumpe aus der Viper-Rennversion. Doch wir reden weiterhin von Gusseisen.

Der beträchtliche Kraftzuwachs um 35 auf 760 Newtonmeter bedurfte auch einer Überarbeitung der Kraftübertragung. Erstmals kommt eine Zweischeibenkupplung mit 18% weniger rotierenden Massen zum Einsatz. Das manuelle Tremec-T56-Sechsganggetriebe ist verstärkt, erhielt neue Synchronisationsringe für den ersten und den zweiten Gang, und die Stufen wurden gespreizt. «Die anfänglich geplante Maniküre mündete schliesslich in tiefe herzchirurgische Eingriffe, um letztlich auch die Standfestigkeit aller Systeme sicherzustellen», betont Herb. So erntet der Viper-Pilot nicht nur satte 100 Mehr-PS, sondern auch Leichtbau-Massnahmen am Fahrwerk, die zur lustvollen Verköstigung des Kraftpakets beitragen.

Bis 354 km/h ...
Der Einstieg ins Schlangennest gelingt eleganter als in andere Sportwagen dieser Leistungsklasse. Zwar gilt auch hier, den breiten Seitenholm mit darunter verstecktem Rohrrahmen zu überwinden und in üppig konturierten Schalensitzen knapp überm Bodenblech abzusitzen, doch grosse Türen erlauben dabei ausreichende Bewegungsfreiheit. Nichts Neues im Cockpit: Dem griffigen Lenkrad bleiben modische Multifunktionsknöpfe erspart. Die Pedalerie kann dem Fahrer elektrisch angepasst werden. Die Uhren sind wie zu einer hängenden Kette aufgereiht. Interieur-Designer scheinen für die Viper nicht aktiv gewesen zu sein. Die Hand streicht über eine glattflächige Plastiklandschaft, bis sie den kurzen Schaltknauf im hoch und gewaltig breit bauenden Mitteltunnel erreicht. Er dient als Zentralträger des Rohrkastenrahmens der Versteifung des Fahrzeugs.

Wie das klassischem Maschinenbau verpflichtete Kolossal-Triebwerk seine Kraft entwickelt, lässt der Blick durch den Lenkkranz auf den zentralen, sehr übersichtlichen Drehzahlmesser schon im Stand erahnen. Weil er nur bis 7000 Touren reicht und schon ab 6250/min rote Zahlen schreibt, der kleine Tacho daneben aber bis 220 mph oder 354 km/h anzeigt, erwartet man die Kraftentfaltung nicht als Produkt feinsinniger Uhrwerktechnik, sondern als Output handfester Technik.

Schweres Geschütz
«Bring enough gun», soll ein legendärer Grosswildjäger die Teilnehmer eines Jagdausflugs aufgefordert haben, wie SRT-Direktor Kipp Owen zu berichten weiss. An Liebhaber schneller Autos gerichtet, zieht er die Parallele: «Mit dieser Dodge Viper SRT-10 stellen wir äusserst starke Artillerie für Sportwagen-Enthusiasten bereit!» Geladen wird das starke Geschütz mit Druck auf den roten Startknopf rechts vom Lenkrad. Mit deutlichem Schütteln der Karosserie springt der Zehnzylindermotor an. Von ihm ausgehend, legt sich ein tiefes Grollen übers Land. Kurze Gasstösse quittiert er mit zornigem Aufbellen. Dabei neigt der Vorderwagen dazu, sich von innerer Unruhe getrieben um die Drehachse der Kurbelwelle zu wälzen, bevor er wieder in Laufruhe verfällt.

Eine kräftige Wadenmuskulatur ist hilfreich, um die Kupplung zu treten. Knackig rastet der erste Gang ein, und nun gebe es zwei Anfahrtechniken zu beherrschen, wie ein Viper-Kenner erklärt. Wer mit Leerlaufdrehzahl einkuppelt und anschliessend Gas gibt, schone die Kupplung und könne gleich vom ersten in den dritten Gang hochschalten. Mit Drehzahlen zwischen 1200 und 2500/min bewegt man sich auf diese Weise zügiger übers Land als jedes Mittelklasseauto. Für Überholvorgänge liegen dem Viper-Piloten mindestens 600 Nm Drehmoment am Gasfuss, ohne runterschalten zu müssen. Mit knapp über Leerlaufdrehzahl wird das Dahingleiten im offenen Roadster zur Parade auf Samtpfoten: bei 1000/min gleitet die neue Viper SRT-10 mit etwa 80 km/h wie ein Cheminée leise bollernd dahin.

3,6 s !
Doch wer von der Heissblütigkeit der SRT-10 kosten möchte, muss kräftig hinlangen. Etwa durch herzhaftes Gasgeben. Schon ab 3000 Touren verstummt jedes Gespräch, und die jetzt nicht mehr über Kreuz unterm Bodenblech verlaufenden, sondern beidseitlich separat geführten Abgasstränge, die in Sidepipes vor den Hinterrädern münden, schmettern Fanfarenklänge gen Himmel. Sie degradieren das berüchtigte V8-Hämmern alter Musclecars zu zaghaftem Nageln. Und wenn die Nadel die 5000er-Marke überspringt und sich schliesslich nahe 6000/min festbeisst, lodert unter der zerklüfteten Motorhaube, die aus der Renn-Viper stammt, ein Höllenfeuer, das zu einzigartiger Fahrdynamik antreibt.

Die Paradedisziplin der Viper bleibt ihre Spurtstärke. In nur 3,6 s erreicht der Roadster 100km/h, und wenn die Gerade lang genug ist, mit geschlossenem Dach bei 325 km/h die Endgeschwindigkeit. Unter freiem Himmel sitzend, werden immerhin noch 317 km/h erreicht. Doch anders als frühere Versionen überrascht die neue Viper SRT-10 auch mit einer Eigenschaft, der die gewaltigen Ausmasse der Karosserie und zickigen Reaktionen bei Lastwechsel bisher entgegenstanden: Die neue Viper überrascht mit Kurvenwilligkeit. Dank der ausgeglichenen Verteilung ihres 1560 kg schweren Leergewichts von 49,5 zu 50,5% (vorn/hinten), dem neuen Visco-Sperrdifferenzial an der Hinterachse und nicht zuletzt der gelungenen Feinabstimmung des mit leichten Aluteilen angereicherten Fahrwerks lässt sich das urgewaltige Monstrum Viper erstaunlich kontrolliert durch schnell gefahrene Kurven zirkeln. Dabei hilft die messerscharfe Lenkung, die ausserhalb der Rennstrecke und jenseits der Mittellage allerdings nervös wirkt.
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